Skyline, Frankfurt, Das vierte Zimmer

Adieu, Frankfurt

Nach sieben Jahren am Main packe ich die Koffer. Next Stop: Berlin. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, weil…

 

Wenn etwas Neues beginnt, muss etwas Anderes enden. Wirklich? Ich glaube, das stimmt nicht ganz. Jedenfalls nicht für mich und Frankfurt.

Vor sieben Jahren bin ich für einen Job nach Frankfurt gekommen. Ich kannte die Stadt ein bisschen, war schon einmal einige Monate zum Arbeiten hier und hatte darum nicht die Vorurteile, die nahezu jedeR, die/ der keine FrankfurterIn ist, der Stadt entgegenbringt: zu klein, zu öde, nur Banker, nur Apfelwein… Ich wusste glücklicherweise schon, dass es so nicht ist. Und doch hat mich Frankfurt immer wieder positiv überrascht: mit Bars, mit Cafés, mit Tanz und Heiterkeit. Mit dem für meinen Geschmack besten Caffee Latte im Café No.48, mit famosen Torten bei Wackers, mit schönsten Kaffeemilchschaumbildern in der Bohnerie. Meine Wege führten mich hauptsächlich durch das Nordend, doch auch die Kaffeerösterei Stern in Bockenheim möchte ich nicht missen. Und wie viele Stunden habe ich im Lesecafé verbracht? Lesen kann man ja bekanntlich überall. Mit Kindern kaffeesieren am allerbesten im Café Glauburg. Und tanzen? Lindy Hop kann man auch nahezu überall tanzen. Wenn der Koreanische Pavillon, unser liebster Ort für nachmittägliche Swing Attacken, wieder aufgebaut ist, komme ich zum Eröffnungstanz. Und ein Museumsbesuch muss dann auch sein. Das Historische Museum ist ebenso wie das Städel oder das Museum für Angewandte Kunst für mich immer einen Besuch wert.

Ich habe in Frankfurt tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich nun schönste Erinnerungen teile. Wenn mich jemand fragt, wo es in Frankfurt schön ist, fallen mir sofort mindestens eine Handvoll Orte ein. Auf diesem Blog habe ich ein Jahr lang versucht, ein bisschen was davon abzubilden und weiterzugeben. Mit Mut zur Lücke, denn manche meiner oft empfohlenen Orte habe ich aus verschiedenen Gründen hier nicht verbloggt. Was ich sagen wollte: Mit meinem Frankfurt sind immer auch liebe Menschen verbunden, mit denen ich diese Orte entdeckt und besucht habe. Menschen, die mit mir viiiel Kuchen gegessen, getanzt und gelacht haben. Diese Erinnerungen nehme ich mit. Und wenn ich das nächste Mal in Frankfurt bin, werde ich daran anknüpfen. Das zu wissen, erleichtert mir den Abschied sehr.

Und noch etwas nehme ich mit aus Frankfurt: die Liebe. Einen Mann und zwei bezaubernde Kinder. Wer hätte das damals gedacht. Meine Frankfurter Kostbarkeiten, süß wie Betmännchen, zum Verlieben wie die Skyline im Abendlicht.

Selbstverständlich ist in Frankfurt auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen (gewesen). Die Stadt hat mir auch zwischenzeitlich das Leben schwer gemacht. Oder, nun ja, nicht die Stadt, bestimmte Leute. Da wollte ich weg, raus aus dem Bürgerlichen, der Enge, zurück in die Unabhängigkeit. Doch ich habe mich dem gestellt und darauf bin ich stolz. Andere Menschen haben mir in dieser Situation neue Wege erschlossen, und diese gehe ich nun leichten Herzens. Auch wenn sie mich jetzt doch – Jahre später – über die Stadtgrenzen hinausführen.

Vor einem halben Jahr bin ich nun schon umgezogen. Berlin ist kein neues Terrain für mich, ich habe hier gelebt, bevor ich nach Frankfurt zog, es ist ein Nachhausekommen. Und doch wundere ich mich manchmal, dass ich nicht über den Oeder Weg in dieses Zuhause gehe – – –

Frankfurt, Herzensstadt: alles Gute! Liebe Leute dort: ich freue mich auf unser Wiedersehen <3

Eure Juliane

4 Replies to “Adieu, Frankfurt

  1. Liebe Juliane,

    wir kennen uns nicht und das finde ich gerade mehr als schade. Wir hätten uns glatt in einem der Zimmer über den Weg laufen können, für mich ist der Oeder Weg noch immer um die Ecke, Café s und Kultur sind auch meine große Leidenschaften und ab und zu blogge ich auch dazu. Also, wirklich schade, aber falls du mal wieder hier vorbei kommst… melde dich. Btw verschlägt es mich alle Nase lang nach Berlin, wer weiß, vielleicht begegnen wir uns doch noch. Eine gute Zeit wünsche ich dir dort – dir und deiner Familie. Deinen Frankfurt-Blog werde ich wohl vermissen (leider erst heute entdeckt), aber in Berlin soll es ja auch was zum Bloggen geben 🙂

    Liebe Grüße vom Main an Spree und Havel

    Anne

    1. Vielen Dank für deine liebe Nachricht, Anne! Da bedaure ich auch, dass wir uns noch nicht kennengelernt haben. Wenn du das nächste Mal in Berlin bist, melde dich gerne auch nochmal. Ein schönes Café findet sich hier leicht, in dem wir uns dann mal treffen und austauschen können ☕ Liebe Grüße nach F 🙋🏽‍♀️

    1. Unbedingt, lieber Eric! Ich habe beim Schreiben natürlich auch viel an dich gedacht, wegen Tanzen, an unsere Café-Entdeckungen… Es wäre seeehr schön, wenn wir uns bald wiedersehen 🙋🏽‍♀️ Ganz liebe Grüße!

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