Frankfurter Salon, Frankfurt, Das vierte Zimmer

Der gute Geist Frankfurter Kaffeehauskultur

Ein soziales Projekt in Top-Citylage. Warme Gemütlichkeit, feiner Kuchen, freundlicher Service. Die Frankfurter Kaffeehausszene ist um einen einladenden Salon reicher!

 

Nur einen Steinwurf vom Römerberg entfernt, auf der Rückseite der neu entstehenden Altstadt: in Frankfurts Braubachstraße reihen sich inzwischen mehrere Cafés aneinander. Sowohl Frankfurter als auch Touristen passieren diese Straße, wenn sie in der Innenstadt Erledigungen machen – und wem stünde da nicht hin und wieder der Sinn nach einer Kaffeepause? Ende Juli hat in der Hausnummer 32 der Frankfurter Salon eröffnet. Kaffeehaus, Volksküche, Bühne werden hier geboten.

Der längliche Raum ist mit einem edlen Holzparkett ausgelegt, das sehr einladend wirkt und allein schon besondere Wärme ausstrahlt. Die Wände sind Taubenblau gestrichen und mit großen Gemälden und Fotografien bestückt. Kleinere Wandvorsprünge erzeugen den Eindruck, die einzelnen Sitzgruppen würden in privaten Nischen stehen. Zugleich lädt ein langer Holztisch in der Mitte des Raumes zum geselligen Beieinandersitzen ein. Das Mobiliar besteht aus aufgearbeiteten, aber doch unterschiedlichsten alten Stühlen, Sesseln und Tischen, die jeweils in ihrer Sitzgruppe zusammengehören. Auch dadurch wird gleichzeitig etwas Verbindendes wie etwas Geschlossenes erwirkt. Jeder Gast bleibt in seiner/ mit seiner Sitzgruppe individuell und doch fügt sich alles harmonisch mit den anderen Sitzbereichen ineinander. Viele kleine Lampen spenden indirektes Licht, das warm und heimelig die Zimmerecken füllt.Frankfurter Salon, Frankfurt, Das vierte Zimmer

Weil es so besonders einladend aussieht und ein famoser Nierentisch davorsteht, nehme ich gleich auf dem Plüschsofa links neben der Eingangstür mit Blick auf die Kuchenvitrine Platz. Die Entscheidung ist schnell gefallen: ein Stück Mohn-Mascarpone-Himbeer-Torte zu einem Milchkaffee. Der Kaffee, der im Frankfurter Salon ausgeschenkt wird, stammt aus der Frankfurter Bio-Kaffee-Rösterei Basaglia. Dies sagte mir bislang nichts, verdient aber jedes Lob! Mein Milchkaffee schmeckt hervorragend, weich und aromatisch. Und auch die Torte ist sehr gut: trotz Mohn und Mascarpone keineswegs schwer und mit der Himbeerdecke angemessen säuerlich. Serviert wird alles auf elegantem Porzellan, das seinen Einzelstückcharakter gut in Szene zu setzen weiß. Goldene Löffelchen und Gabeln tun ihr übriges: ich habe umgehend das Gefühl, mir mit diesem Besuch etwas Schönes zu gönnen. Dass draußen Novembernieselregen die Stadt einhüllt, ist da schnell vergessen.Frankfurter Salon, Frankfurt, Das vierte Zimmer

Das Besondere am Frankfurter Salon: es ist ein Projekt des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten. Somit ist der Salon kein Betrieb, der Gewinne erwirtschaften will, sondern er bietet Menschen mit Handicaps und/ oder in sozialer Not eine Beschäftigung bzw. Ausbildung. Auch ein Großteil der hier verkauften Produkte wird von Integrationsbetrieben der Region bezogen, etwa von der schon erwähnten Rösterei Basaglia aus dem Gallus, aber auch von Roter Hamm aus Niederrad und der Druckwerkstatt Rödelheim.

Der Salon ist täglich von 10-18 Uhr geöffnet. Einmal in der Woche findet ein kulturelles Abendprogramm statt. Ansonsten kann der schöne Raum abends sowie am Wochenende für geschlossene Gesellschaften gemietet werden.Frankfurter Salon, Frankfurt, Das vierte Zimmer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.