KuchenAtHome

#StayAtHome

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat mich wieder auf diese Seite gebracht, in der guten Absicht und Hoffnung, damit der einen oder dem anderen von euch die Extremsituation der Quarantäne in den eigenen vier Wänden zu erheitern oder sogar zu Aktivitäten zu inspirieren, die die langen Tage des Physical Distancing verkürzen.

Bekanntlich wurde dieses Blog einmal ins Leben gerufen, weil ich in der Stadt unterwegs und in der Stadt zu Hause sein wollte, weil ich öffentliche Räume als soziale Räume nutzen und speziell das unterschätzte, bunte Angebot in Frankfurt empfehlen wollte. Das meinte für mich vorwiegend soziale Begegnungen in Cafés und Museumsbesuche. Und wie habe ich es damals genossen, meine Ideen für Blogartikel umzusetzen! Es hat mich auch so gefreut, wie viele Freund*innen sich mit mir getroffen haben zu kleinen Stadtexpeditionen und wie viele Freunde, Bekannte, Unbekannte ihre Erfahrungen und Empfehlungen mit mir geteilt haben.

Dann bin ich nach Berlin umgezogen, eine Stadt, wo nun wahrlich niemand eine Empfehlung zur Aneignung von öffentlichen Räumen braucht. Außerdem bin ich mit inzwischen zwei kleinen Kindern auch deutlich weniger flexibel und mein Radius ist sehr auf meinen Kiez beschränkt. Darum war es nun lange still auf diesem Blog.

Heute sieht die Welt anders aus. Innerhalb weniger Tage hat sich unser soziales Leben fundamental verändert. Es tritt deutlich zu Tage, welch ein Luxus es war, ein Café-Blog zu betreiben, nach Lust und Laune ins Museum zu spazieren, Straßenmusikern zu lauschen und in Parks Swing tanzen zu gehen. Wir werden das wieder tun, da bin ich sicher. Darauf hoffe ich aus vollem Herzen. Doch aktuell bin ich überzeugt, dass Verzicht auf diese Unternehmungen das soziale Gebot der Stunde ist. Aus Rücksicht auf andere bleiben wir zu Hause. Klar, auch wir selbst wollen nicht an dem Virus erkranken, solange die medizinische Versorgungslage angespannt ist, doch wir möchten noch viel weniger dafür verantwortlich sein, das Virus verbreitet zu haben in Risikogruppen, deren Krankheitsverlauf dramatisch, lebensgefährlich und sogar tödlich sein kann.

Meine Familie und ich leben seit einer Woche mit deutlichen Einschränkungen. Ich gehe vormittags ins Büro, mein Mann betreut in der Zeit die Kinder, dann tauschen wir. Wir verabreden uns nicht, wir gehen einmal am Tag spazieren und spielen Fußball im zweiten Hinterhof, damit wir an der Luft waren und uns ein bisschen bewegt haben. Am Wochenende können wir glücklicherweise raus in den Garten fahren. Die Kinder finden es toll. Sie leben im Ferienmodus. Und wir tun alles dafür, dass sie es so erleben und nicht in Panik geraten. Denn natürlich haben wir ihnen erklärt, warum sich ihr Alltag von einem Tag auf den anderen fundamental verändert hat, warum sie nicht in die Kita dürfen, warum sie nicht auf den Spielplatz dürfen, warum sie ihre Freunde und – am traurigsten – Oma und Opa vorerst nicht treffen dürfen. Eine Zweijährige wird davon nahezu nichts verstehen, ein Vierjähriger schon etwas. Für beide ist das Wichtigste, dass ihre Eltern für sie da sind und dass wir keine Panik und keinen Stress verbreiten.

Doch natürlich stresst uns die Situation. Jede*r muss noch mehr als sonst ständig neu priorisieren, was gerade wichtig ist, im Büro, im Home Office, beim Einkaufen, beim Zusammenleben.

Da sitzen wir also zurückgezogen in unseren vier Zimmern und müssen uns neu finden. Da habe ich mir gedacht, es ist die beste Zeit, mein „viertes Zimmer“ wieder zu eröffnen. Vielleicht gelingt es, in dieser digitalen Kammer mit einfachen Mitteln, mit dem, was wir zu Hause haben, mit Dingen, die leicht zu besorgen sind, vielleicht auch eure Tage zu verschönern, zu erheitern, positiv zu gestalten und hier soziale Interaktion zu stiften. Ich kann leider keine Tutorials zu karrierefördernden Skills anbieten, ich kann nicht handarbeiten, ich kann nicht mal sonderlich gute Ratschläge geben. Was ich aber kann: (vor)lesen, aufräumen, backen/ kochen. Und darum wird es daher in den kommenden Wochen auf diesem Blog gehen: (Kinder)Buchempfehlungen, jede Woche eine gute Tat im Haushalt, jede Woche ein neues Rezept. Das habe ich mir für mich vorgenommen, damit mir hier nicht die Decke auf den Kopf fällt und damit Mann und Kinder bei Laune gehalten werden. Wenn es euch zur Nachahmung animiert, hoffe ich, dass es auch euch gut tut! Wenn ihr ebenfalls Empfehlungen habt, schreibt mir!

Ich freu mich auf den neuen Austausch unter neuen lebensweltlichen Bedingungen mit euch!

Eure Juliane

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